Halden-Inferno Ensdorf

Halden-Inferno Ensdorf am 19. April 2019

Viele Regionen im Saarland sind durch mächtige Abraum-Halden aus dem Bergbau geprägt. Dass inzwischen auch die Laufszene immer mehr diese Halden in ihre Laufevents einbezieht, wissen wir zum Beispiel vom Hartfüßler-Trail oder dem Garten-Reden-Haldenlauf. Was aber an Karfreitag auf der Bergehalde Duhamel Ensdorf abging, ist wieder eine andere Dimension: Beim Ensdorfer „Halden-Inferno“ wird nicht die Zeit für eine vorgegebene Laufstrecke gemessen, sondern die Summe der persönlich bewältigten Höhenmeter. Dazu hatten die Läuferinnen und Läufer eine ganze Nacht lang Zeit: „From dusk til dawn“ war dann auch der Untertitel des von den Hartfüßlern bestens organisierten Laufs. Start war nach Sonnenuntergang, gegen 20:30 Uhr, auf der Halde. Von da an bis zum Sonnenaufgang konnte jeder Läufer so oft die Halde runter und hoch laufen wie er mochte oder konnte. Immerhin sind es fast 150 Höhenmeter vom Fuß bis zum Haldenplateau, und wer noch das Polygon mit seinen 132 Treppenstufen mit einbezog, stieg nochmal 25 Meter höher. Ob man den steilen oder den etwas gemäßigteren Weg zum Aufstieg bzw. Abstieg nahm, blieb jedem selbst überlassen.

Das Wetter war super und der Vollmond, die Silhouette des angestrahlten Saar-Polygons und und die Lichtkegel der Lauflampen, die man die Piste entlang huschen sah, tauchten die Halde in dieser Nacht in eine ganz besonderen Atmosphäre. Jeder Läufer maß seine positiven Höhenmeter selbst. Wer mehr als 1000 Meter nachweisen konnte, erhielt als Anerkennung statt einer Medaille den „Haldenhammer“. Mit Sonnenaufgang gegen 6:00 Uhr endete der Wettbewerb. Der Sieger kam auf 3222 Höhenmeter (!) bei einer insgesamt zurückgelegten Strecke von 60 Kilometern.

Auch zwei Bisttal-Runner nahmen am Inferno (ital. für „Hölle“) teil. Natürlich Wolfgang Britz, der bei solchen Veranstaltungen erst sein ganzes Potential ausschöpfen kann. 13 Mal lief er die Halde hoch (und wieder runter), legte dabei 43 Längen-Kilometer zurück und kam auf 1785 Höhenmeter! Ein Marathon der besonderen Art, der von Wolfgang nicht nur eine enorme körperliche sondern auch eine enorme mentale Stärke abverlangte. Chapeau Wolfgang!

Auch Jesssica Röthel hatte sich auf das Halden-Inferno eingelassen: sie trainiert zur Zeit hart für den Mountainman Nesselwang im Allgäu, der im Mai stattfindet. 4 Mal lief sie die Halde hoch und kam auf 580 Höhenmeter bei 14 km Länge. Eine respektable Leistung unserer sympathischen Sportwartin. Jessica entwickelt sich immer mehr zu einer ausdauernden Langstreckenläuferin im Gelände. Weiter so, Jessica.