SaarschleifenRun

SaarschleifenRun in Orscholz am 27. Juli 2019

SaarschleifenRun – das klingt eigentlich nach einem nicht allzu schwierigen Lauf auf dem Leinpfad rund um die Saarschleife. Weit gefehlt: Denn nur einige wenige Kilometer dieses Trails verlaufen auf flacher Strecke. Wer hier mitmacht, weiß, worauf er/sie sich einlässt. Die extrem steilen Hänge mit vielen Höhenmetern fordern von jedem Teilnehmer – egal auf welcher Strecke unterwegs - volle Kraft, Ausdauer und eine geschickte Taktik. Im Ausgleich dazu genießt man auf meist schmalen Pfaden und auf den Höhen ein tolles Naturerlebnis. Glücklicherweise hatte es nach den Hitzerekorden in der Nacht auf letzten Samstag einen Temperatursturz gegeben, so dass die Läufe vormittags bei angenehmen 22° stattfanden. Die schattigen Wälder taten ein Übriges, um die Strapazen einigermaßen erträglich zu machen. Start war am Cloef-Atrium in Orscholz.

Lukas Kirschweng und Jessica Röthel hatten sich für die 18,3 km Strecke mit 560 Höhenmetern entschieden. Nach dem Start ging es erst mal 200m bergab bevor es nach einem kurzen Stück entlang der Saar am Keuchinger Berg steil aufwärts ging. Es folgte ein weiterer Abstieg nach Mettlach und dann ging es bergauf/bergab und im Zick-zack zurück nach Orscholz. Für Lukas war es der erste Trail und war ganz begeistert: „Der Trail war sehr schön aber auch herausfordernd. Eine herrliche Strecke mit einigen steilen Anstiegen durch den Wald.“ Mit 2:23 Stunden wurde Lukas auf dieser Strecke Dritter in der Wertungsklasse MHK (Männer Hauptklasse, 20-30 Jahre). Jessica, die schon einige Trailerfahrung sammeln konnte, erkämpfte sich mit 2:41 Std ebenfalls einen Platz auf dem Siegerpodest: Dritte in der AK W30. Toll gemacht, ihr zwei! Weiter so!

Wolfgang Britz, der dieses Jahr schon so manchen Extrem-Trail gelaufen ist, hatte die Ultra-Distanz 52,7 km mit 1580 Höhenmeter ausgewählt. Dass daraus dann 54,6 km wurden, lag an der bisweilen verwirrenden Streckenführung. Aber für Wolfgang sind Bonus-Kilometer eher eine beliebte Zugabe als ein Ärgernis. „Die Strecke war mega-abwechslungsreich aber auch brutal hart. Immer wieder Single-Trails rauf und runter. Dabei waren ein paar Downhills, echt so schmal und felsig, dass es schon brutal war. Dafür dann Wahnsinns-Aussichten zur Saar. Alles in allem genau mein Ding“. Dass es bei der Beschilderung und bei den Versorgungsstationen einige Versäumnisse gab, nahm Wolfgang sportlich: “Die dritte Verpflegungsstation war schlichtweg nicht da, so dass wir von km 16 bis km 39 ohne Verpflegung liefen. Das hat uns dermaßen viel Kraft gekostet, dass wir bei km 36 eine Quelle, genauer gesagt ein Rohr, im Wald nutzten, um unseren Durst endlich zu löschen.“ Die Ultra-Strecke führte von Orscholz über Mettlach nach Taben-Rodt, Saaarhölzbach, über die Höhe zurück zum Hartsteinwerk und nach einer größeren Schleife an Britten vorbei nach Mettlach und Orscholz zurück. Natürlich nie über den direkten und einfachen Weg. Nach 6:18 Stunden war Wolfgang im Ziel und wurde trotz der 2 Zusatzkilometer Fünfter im Gesamtklassement! Glückwunsch zu der Spitzenleistung. Wir wünschen Wolfgang, dass sein derzeitiges Form-Hoch noch lange anhalten möge, schon allein deshalb, damit er weiter Spannendes und Interessantes aus der Ultra-Trail-Szene berichten und uns so für diese Variante des Langstreckenlaufs begeistern kann.