Walking-Gruppe in Irland

Walking-Gruppe auf dem Dingle Way in Irland unterwegs

Irland, 3.-10. Juli 2019

Dass unsere Walking-Damen reiselustig sind, und gerne auch in fernen Revieren wandern, ist allseits bekannt. Erst im März war eine 16-köpfige Gruppe auf Malta. Als Kontrastprogramm zu der sonnenverwöhnten Insel im Mittelmeer war nun Anfang Juli Irland an der Reihe. Die Idee kam wie so oft von Rosi Biehl, die die Flüge und Unterkünfte gebucht und die Routen auf dem 160 km langen Wanderweg ausgearbeitet hatte. 6 Walkerinnen machten mit, ihr gesamtes Gepäck im Rucksack verstaut, denn während der einwöchigen Wanderung wurde jeden Tag in einem anderen Gasthaus übernachtet.

Hier der beeindruckende Bericht von Marion Bohnenberger:

Am 03. Juli 2019 machten wir- eine 6-köpfige Walkergruppe- uns auf den Weg nach Irland, um den Dingle Way zu erwandern. Der ca. 160 km lange Rundweg führt einmal rund um die gleichnamige Halbinsel. In 8 Etappen wollten wir die eindrucksvolle und vielfältige Landschaft, wie Küstenwiesen, Sandstrände, Berge, Klippen, Schafweiden und hügeliges Gelände zu erleben. Nach einer ersten Übernachtung in Dingle unternahmen wir noch vor dem Start der Wanderung eine kleine Bootsfahrt in die Dingle-Bucht. Dort lebt seit 1984 der Delphin "Fungi", den wir dann auch live erleben durften. Danach begannen wir die Wanderung über Ventry in Richtung Dunquin.

Hier kamen wir an einem kilometerlangen weißen Strand vorbei. Das Meer lockte zum Schwimmen, was auch ein paar von uns wagten. Sie ließen sich nicht von der niedrigen Wassertemperatur abschrecken. Nach dieser Erfrischung ließ es sich doch gleich wieder besser durchstarten. Im kleinen Ort Ventry mit ca. 400 Einwohnern soll im 12. Jahrhundert eine entscheidende Schlacht stattgefunden haben. Der Weg führte weiter immer am Fuße des Mount Eagle entlang, von wo aus man mehrere Blicke übe den wilden Atlantik hatte. Man konnte hier auch die sogenannten Clocháns sehen. Dabei handelt es sich um runde Steinhäuser aus dem frühen Mittelalter. Die nächste Etappe führte nach Feohanagh. Dabei kamen wir nochmals an einem weißen Strand vorbei, der nicht enden wollte. Es handelt sich hierbei um den längsten Strand Irlands. Am späten Nachmittag wurden wir doch tatsächlich nach sehr schönem Wetter der vergangenen Tage vom Irlandwetter eingeholt.

Dadurch ließen wir uns aber nicht die Laune verderben; denn schließlich waren wir ja mit einem kompletten Wanderpaket ausgestattet. Wir packten die Regenjacken aus und genossen auch diesen Weg direkt an der Küste vorbei, die mit herrlichen Blumen gesäumt war. Als wir an der Unterkunft ankamen, hatte sich das Wetter auch schon wieder geändert und wir konnten trockenen Fußes zum Abendessen in einen wunderschönen Pub schreiten. Die nächste Etappe wäre eigentlich mit 650 Höhenmetern die schwerste Etappe gewesen. Der Mount Brandon sollte erklommen werden. Da es aber an diesem Tag sehr bewölkt war und wir vermutlich auf eine tolle Aussicht verzichten mussten, sparten wir diese Strecke aus und steuerten den Weg dann wieder zurück nach Dingle, wo es auch eine Übernachtung in einem Pub gab.
Trotz Erschöpfung am Abend haben wir dort die tolle irische Musik tanzend genossen. Die Stimmung war famos!

Weiter ging es dann über Lispole zu einer kleinen Bucht, vorbei an der Ruine des Minard Castle aus dem 16. Jahrhundert. Die Ruine darf man leider nicht betreten, aber da die Bucht über einen menschenleeren Strand verfügte, hatte es sich gelohnt, hier eine kleine Pause einzulegen.

In Annascaul dann angekommen erfrischten wir uns mit einem Pint des leckeren "Expedition Ale" in dem Pub "South Pole Inn", bekannt durch den Irländer Tom Crean, der sich von 1901 - 1904 auf einer Expedition befand. Von dort aus ging es weiter den Berg hinauf an den Hängen des Slieve Mish vorbei. Der Weg führte an riesigen Schafweiden vorbei. Beim Schließen der Tore mussten wir Acht geben, dass uns kein Schaf gefolgt war. Ein absolutes Higlight an diesem Tag war dann der Zieleinlauf zum Inch Beach. Dort bezogen wir unser Hotel direkt mit Blick aufs Meer und genossen das Abendessen bei strahlendem Sonnenschein direkt in den Dünen.

Eine sehr tolle und faszinierende Wanderung neigte sich langsam dem Ende zu und so führte unsere letzte Etappe dann am nächsten Morgen vom Inch Beach nach Camp; gelegen an der Tralee Bay. Dabei mussten wir sogar eine Stone-Bridge überqueren. Bei unserer Wanderung, die am 10. Juli 2019 mit großem Bedauern der "neuen Irinnen" endete, galt es eine imposante Landschaft zu entdecken. Wir haben die Vielfalt Irlands zwischen Stränden und Bergen kennengelernt und werden sehr gerne wieder dorthin zurückkehren.